Markteinschätzung
Wie Sie meinen Analysen entnehmen können, haben ausnahmslos alle von mir betrachteten großen Indizes, es nicht geschafft sich durch einen Befreiungsschlag aus der immer noch intakten Korrektur zu befreien. Und so besteht die doch eher missliche Lage weiter fort. Die sehr hohe Volatilität bei relativ Moderarten Handelsvolumen lässt darauf schließen, dass sich institutionellen Anleger aktuell noch in Zurückhaltung üben. Offenbar sind es für dieses Marktteilnehmer noch keine vernünftigen Kaufkurse.
Besonderer Beachtung ist dabei der Tatsache zu widmen, dass die Indizes in einer relativ engen Spanne, sprich Retracements, gefangen sind und der ersehnte Ausbruch Richtung Norden immer wieder an der letzten Hürde zur Hoffnung scheiterte. Somit scheint es zu einer Fortsetzung der, für die meisten Indizes seit Sommer`11 andauernden, Korrektur zu kommen.
Aber sollte dieser Umstand zu bodenlosen Pessimismus verleiten?
Ich denke nicht. Wir werden, wie bereits erwähnt, neue Jahres- und Verlaufstiefs sehen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen Crash erleben. Für einen Crash ist die Stimmung an den Märkten, meiner Auffassung nach, viel zu schlecht, sind die Marktteilnehmer viel zu unsicher. Zumindest ein Teil von ihnen. Genau diese Unsicherheit ist, was vom Rest der Akteure gewollt ist. Ist doch der Markt immer noch „verunreinigt“ und bedarf mal einer gründlichen Reinigung. Das von mir erwartete Korrekturpotenzial liegt im Durchschnitt bei 10-12 % ausgehend vom jetzigen Niveau. Hierbei werden sich die einzelnen Werte unterschiedlich verhalten, aber im Grunde diese Bewegung so nachvollziehen. Im Anschluss an diese Bewegung sollte sich dann, eine längere Seitwärtsphase inbegriffen, die Situation wieder deutlich aufhellen.
Viel interessanter ist der Blick in die fernere Zukunft, der Blick auf die nächsten Jahre. Denn die langfristigen Charts aller von mir beobachteten Werte zeigen ein und dasselbe Bild auf, oder um es besser auszudrücken, die gleiche Aussage. Und dieses Bild ist alles andere als motivierend. Denn selbst nach Beendigung der aktuellen Korrektur und einem sich dann etablierenden Aufwärtstrend deutet sehr viel daraufhin, dass wir uns im ganz großen Wellengrad selbst, inmitten einer Korrektur befinden. Inmitten ist hier vielleicht fehl am Platz, besser wäre wohl in der finalen Phase des Superzyklus. Hierzu werde ich in Kürze in der Dax-Langzeitanalyse detaillierte eingehen.
Henrik Becker
